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25.09.2014 

 
 
 
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Leseproben aus Ankh-Morpork Times Nr. 7 von Mai 2005:

 
 

Survival auf der Scheibenwelt

Hier von uns für euch exklusiv der ultimative Überlebensguide für den Kampf mit, in und gegen die Natur!
In letzter Zeit versuchen immer mehr junge Leute, denen das Stadtleben zu langweilig wird, Ankh-Morpork zu verlassen um in der Ferne Kämpfe, Abenteuer, Liebe und Heldentum zu finden. Dabei wird leider oft übersehen, dass das "Ich möchte Trolle erleben, die noch wie Trolle sind!" oft auch bedeutet, dass dieses Erleben ziemlich kurz ausfallen kann. Zwar sind mittlerweile auch in abgelegenere Teile der Scheibenwelt gewisse Formen der Zivilisation vorgedrungen, jedoch hilft dieser Umstand dem Reisenden nicht viel, sollte er zu unbedarft sein. Es hat bei so manchem Abenteurer in dieser Situation sicherlich schon für eine böse Überraschung gesorgt, wenn er eine Einladung zum Spiel Aargrooha*1 angenommen hat.
Da sich die Zahl der Leute in Ankh-Morpork, die mal eben für eine bis zwei Wochen die Wildnis riechen wollen, doch drastisch erhöht hat und wir durch diese Abenteuerlust nicht noch mehr Abonnenten verlieren möchten, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt, die das Überleben zumindest in den Bereich des Möglichen rücken lassen.
Ein Abenteurer sollte für alle Situationen die passende Ausrüstung dabei haben. Wie viele Expeditionen scheiterten schon allein daran, dass am zweiten Tag kein Seil zur Verfügung stand!

Einige Gegenstände sind außerdem nützlich, um einen minimalen Schutz gegen feindlich gesinnte Individuen anderer Spezies zu haben. Die folgende Ausrüstung ist ein Auszug aus der Liste dessen, was ein erfolgreicher Recke dabei haben sollte:

Sumpfdrachen: Eine zuverlässige Methode, ein Feuer ohne Streichhölzer, Stahl und Zunder zu entfachen, ist es, einen Sumpfdrachen auf einen Haufen leicht brennbaren Materials - trockenes Gras, kleine Zweige oder ähnliches - zu setzten, ihm einen Spiegel vorzuhalten, und dann schnell zurückzutreten. Handelt es sich bei dem Sumpfdrachen um ein weibliches Exemplar, so benötigt man stattdessen einen Zerrspiegel, zur Not auch ein gewölbtes Rüstungsteil.
Ist kein Sumpfdrache zur Hand, kann man sich auch selbst auf das brennbare Material stellen und laut und vernehmlich blasphemische Witze erzählen. Diese Methode erfordert etwas Mut und exaktes Timing, um dem Blitz auszuweichen - Übung macht den Meister. Größere Reisegruppen sind hier eindeutig im Vorteil.

Kompass: Ein Kompass ist in der Wildnis wirklich unverzichtbar. Wie wir gehört haben, bietet Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin Schnapper derzeit kostengünstig welche an.
Wenn einem selbst das noch zu teuer ist, kann man auch auf die Zeichen der Natur zurückgreifen. Die Himmelsrichtung kann sicher bestimmt werden, indem der Moosbewuchs der umliegenden Landschaft zu Rate gezogen wird. An Bäumen wächst Moos immer an der drehwärtigen Seite. Dies gilt im Allgemeinen auch für Steine. Stehen ein Baum und ein Stein nebeneinander und sind an unterschiedliche Seiten bewachsen, dann sollte man den Stein nach Möglichkeit meiden. Solch einen wilden Troll interessiert es nicht, dass er Menschen eigentlich gar nicht verdauen kann. Für ihn geht es um die Tradition. Man hat schon immer Menschen auf den Pässen aufgelauert und sie dann gefressen, und daher wird es auch weiterhin so gemacht. Schließlich hat es auch noch keinem (Troll) geschadet. Eine weitere Möglichkeit der Orientierung bieten Ameisenhügel. Sie erheben sich an der mittwärtigen Seite steil, während sie randwärts sanft abfallen. Eine Ausnahme stellt die llamedosianische Wasserameise dar. Sie baut ihre Hügel genau anders herum. Dass Sie sich in Llamedos befinden merken Sie daran, dass sie auch mit dem dritten Sumpfdrachen noch kein Feuer entfachen konnten.

 

 

Zwergenbrot: Zwerge waren schon immer Meister im Überleben. Zwergenbrot hilft ihnen dabei in zwei möglichen Situationen. Zum einen hilft es Hunger zu vermeiden, da allein der Anblick genügt, um jeglichen Appetit im Keim ersticken zu lassen. Zum anderen kann es als Wurfwaffe eingesetzt werden. (Für diejenigen, die eher auf menschliche Nahrung stehen, kann man für den gleichen Zweck auch Achtpanthers Roggenplätzchen empfehlen.)

Silber: Ein Muss gegen Werwölfe, besonders in der Gegend von Überwald. Dort ist es auf Grund von Abkommen jedoch in einigen Gebieten verboten. Die Bestrafungen bei Missachtung dieses Verbots fallen mitunter schlimmer aus, als es eine Begegnung mit den Werwölfen gewesen wäre.

Wo wir gerade beim Thema sind: Beim Umgang mit anderen Spezies und Fremden sollten einige Grundregeln beachtet werden. Je weniger man von sich gibt, desto größer ist im Allgemeinen die Überlebenschance. Denn schnell hat man etwas Falsches gesagt. Es kann dann noch schneller zu weiteren Missverständnissen führen, wenn man versucht, sich anschließend wieder herauszureden. Generell sollte man sich nie über die Größe eines Zwerges äußern, oder versuchen, Wortspiele mit Begriffen wie "klein", "hoch hinaus" u. ä., zu gebrauchen. In Ankh-Morpork mag einer eurer Zwergenfreunde evtl. über so eine Bemerkung hinwegsehen. In den Bergwerken, wo Zwerge hauptsächlich unter sich sind, kann so etwas aber auch schon mal richtig nach hinten losgehen. Und einen Zwerg mit einer Spitzhacke in der Hand möchte man nicht zum Feind haben!
Auch scheinbar harmlose Gespräche, etwa über das Wetter oder die Küche, können oftmals weitreichende Folgen haben. So ist es äußerst leichtsinnig, bei einer an sich lockeren Unterhaltung mit einem bleichen Grafen, über gesunden Knoblauch im Essen zu reden. Auch sollte man keinem Bauern der Sto-Ebene zu seinem gelblichen Kohl zu gratulieren. Bemerkungen wie „Ach wie schön das Wetter doch schon seit 3 Wochen ist, keine Wolke am Himmel...“ sollte man sich verkneifen. Insbesondere an experimentierfreudige Burgenbesitzer gerichtet, kann dies oftmals zu unvorhergesehenen Reaktionen führen, wie etwa der Teilnahme am nächsten Experiment.
Aber es gibt auch Positives in Bezug auf Fremde zu berichten. Im Land Klatsch wird die Gastfreundschaft groß geschrieben. Dies heißt allerdings nicht, dass man leichtsinnig werden sollte. Viele Wörter in unserer Sprache haben in anderen Regionen eine gänzlich andere Bedeutung. Der harmlose Aufschrei „Aaaargh“ kann in manchen Gebieten, wo es „Deine Frau ist ein fettes Nilpferd“ bedeutet, eine Fehde auslösen.
Reist man randwärts, dann sollte man in Bezug auf die Gastfreundschaft sehr vorsichtig sein. Sollte man sich verlaufen haben, so ist es ist eine sehr schlechte Idee, Hilfe suchend an Hütten zu klopfen. Man sollte nicht versuchen nach dem Weg zu fragen, wenn die Hütten sehr große Ohren, Beine und einen Rüssel haben. Außerdem gibt der schüchterne eremitische Elefant sowieso selten eine Antwort.

Verpasst nicht den zweiter Teil unserer Serie "Survival auf der Scheibenwelt"!
In der nächsten Ausgabe:
Rasieren mit dem Breitschwert (eine Einführung)
Skorpion lecker zubereitet (die 5 besten Rezepte)
Erste Hilfe bei Vergiftungen (Skorpione, Schlangen und Schnappers Würstchen)

*1 Ein altes Trollspiel, bei dem einem Menschen der Kopf abgerissen und dann mit speziellen Obsidianstiefeln so lange über das Feld getreten wird, bis er schließlich im Tor landet oder platzt. Das Spiel wird heutzutage nicht mehr oft gespielt, da man nur noch schwer an die Obsidianstiefel gelangen kann.

 
 

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